27.4.15

http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/andrea-nahles-superministerin-im-verleugnen-der-realitaet-13559544.html

Manchmal bezweifle ich dass die Redaktion der FAZ ihre Leser für kluge Köpfe hält. In diesem Artikel erklärt
Lisa Nienhaus, dass

weite Teile der Union den Mindestlohn mitnichten für das harmlose […] Instrument halten, als das Nahles ihn verkauft. Sie haben recht.

Die Begründung:

[…] ein einziger deutlicher Effekt. […] Mehr als 200.000 Menschen verloren ihren Minijob. Fraglich ist, [ob] ihr Arbeitsverhältnis in eine Teilzeitstelle umgewandelt [wurde], oder sind sie jetzt arbeitsuchend?

Das kann die Autorin leider nicht beantworten.
Wir halten fest: Dass der Mindestlohn wirkt wie er soll ist unbewiesen. In der FAZ haben deswegen die, die das Gegenteil behaupten, automatisch recht.

Weiter geht es damit, dass in vielen Unternehmen nur noch Pflichtpraktikanten beschäftigt werden. Für den Fall dass ich es verpasst habe: Wo hatte Andrea Nahles das Ziel der Arbeitsmarktpolitik ausgerufen, möglichst viele – im Zweifel vom Papa des Praktikanten finanzierte – Praktikantenstellen im Land zu halten? Aber auch hier:

Wie viele Praktika es deshalb jetzt weniger gibt, ist schwer zu ermitteln.

Also verzichtet man einfach darauf, behauptet aber trotzdem dass es ein großes Problem sei.

Nienhaus wirft Andrea Nahles vor, eine Realitätsverweigererin zu sein, schafft es aber leider nicht ihre Anschuldigungen mit Fallzahlen aus, nunja, der Realität zu belegen.

Überzeugend finde ich dagegen die Argumente gegen den Mindestlohn, die zum Ende des Artikels genannt werden:
Der Mindestlohn gehört abgeschafft, weil kriminelles Verhalten befördert wird. Findige Arbeitgeber verrechnen nämlich den verdienten Mindestlohn mit erfundenen Gebühren oder geben die Arbeitszeit falsch an.
Diese Logik könnte man auch auf das Zahlen von Steuern übertragen: Steuerhinterziehung ist nicht sehr schwer, die  Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden nicht sehr hoch. Vielleicht sollten wir damit aufhören sie einzutreiben und alle Steuerhinterzieher zu kriminalisieren.

Zumindest, so suggeriert der Artikel, könnte auf den immensen Bürokratie-Aufwand verzichtet werden, die Mitarbeiter am Ende des Tages die tatsächliche Arbeitszeit auf einen Zettel schreiben zu lassen und diesen aufzubewahren. Das gleiche denke ich mir schon lange, wenn ich eine Geschwindigkeitskontrolle sehe. Was für ein Aufwand für Personal und Gerät! Und was dabei alles schief gehen kann: Messgerät richtig kalibrieren, Auswertung nicht an Private auslagern, ist der Fahrer ermittelbar? Wie einfach wäre es, würde man einfach den Halter fragen, wie schnell das Auto unterwegs war. Meins fährt zB immer mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Advertisements
27.4.15

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s