30.7.15

http://www.zeit.de/digital/2015-07/netzpolitik-bundesgeneralanwalt-landesverrat

Eine Behörde, die in den letzten Jahren ganz besonders durch Inkompetenz und Rechtsbrüche aufgefallen ist, möchte genau in den Bereichen Analyse betreiben, wo Rechtsbrüche  ganz  offensichtlich  toleriert  und befördert werden. Nun wird gegen Journalisten von netzpolitik.org, weil sie darüber berichtet haben, wegen Landesverrat ermittelt.
Die SZ hebt hervor, dass sie schon vorher über den corpus delicti berichtet hatte, aber sie hatte die Dokumente eben nicht im Volltext veröffentlicht. Ich sehe schon die SPD-Politiker, wie sie in die Mikrofone sprechen: „Berichten darf man ja, aber die Dokumente müssen geheim bleiben, Staatsschutz, Sie wissen schon.“ [Update: Da hatte ich mich zum Glück getäuscht.]

Aber ein Journalismus, der nicht die Originalquellen zugänglich macht, ist nur wenig wert. Er verliert sich in Spekulationen und Hörensagen bis nur noch die Phrasen derer zu hören sind, deren Meinung auch ohne Tatsachenbasis schon immer fest stand. Das sieht man an Griechenland und an TTIP, wo die beachtenswerten Details erst über Umwege ans Tageslicht kommen.
Die Befürworter beschränken sich auf ein paar beschwichtigende Worte, die kaum einer überprüfen kann. Informationswert: Nahe Null. Am Ende gibt es eine Überraschung.

Fefe lästert deswegen zu Recht über

„wie aus uns vorliegenden Dokumenten hervorgeht“-Pullermannjournalismus

wo

„wie es aus Regierungskreisen hieß“ für eine Quellenangabe [gehalten wird].

Netzpolitik.org macht mit dem Leitspruch „Uns liegen Dokumente nicht nur vor. Wir veröffentlichen sie auch.“ genau das richtige.

https://m.imgur.com/iHge6RJ

Welche Privatsphäreneinstellungen man bei Windows 10 beachten sollte. Brrr, da schüttelt es mich. Ich werde wohl nie wieder auf Windows umsteigen. Habe kurz überlegt nur noch Tails zu nutzen. /via Fefe.

http://www.laborjournal.de/essays2015/e15_01.lasso

Wir sind schon ziemlich abhängig von der Gentechnik, und zwar so sehr, dass die Befürworter eine Petition zur  strengen Kennzeichnung von Gentechnik in Produkten fordern – es gäbe dann auf so gut wie jedem Produkt einen Hinweis. Sooo genau wollen die Gentechnik-Gegner es dann aber doch nicht wissen. Man lebt offenbar gut in dieser Scheinheiligkeit. (Wobei es natürlich stimmt, dass ein reines „Gentechnik Ja oder Nein“-Label Quatsch wäre und man da noch mehr differenzieren müsste)
/schon wieder via Fefe. Lustig übrigens, wie lange ich nach diesem Link suchen musste, nachdem ich ihn zwischendurch verloren hatte. Wer mit „Gentechnik“ in der Suchleiste bei Google Ixquick rumschleicht, findet vor allem Seiten von Interessenverbänden, aber kaum etwas in neutralem Gewand. Informationen ohne Spin sind offenbar nicht so beliebt.

http://www.spektrum.de/news/meinung-und-facebook-erzeugt-doch-eine-filterblase/1345526

Sagte ich gerade, dass Nachrichten dann am liebsten gelesen werden, wenn der Leser schon vorher weiß dass sie seine Meinung bestärken wird? Das scheint zu stimmen. Auch ich bekenne mich schuldig – möchte aber anmerken dass netzpolitik.org trotz eindeutiger Haltung immer bemüht ist lückenlos zu argumentieren. Und das gelingt mE ganz ausgezeichnet, dank der ausgiebigen Nutzung und Verlinkung von Originalquellen.

[Edit: kleine Formulierungsänderungen]

Advertisements
30.7.15

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s