29.11.16

“You’re all going to die”: A scientifically proven pep-talk for winning

Nach #NacktImNetz: So schützt du dich und deinen Browser

Der Beitrag ist sehr unbefriedigend. Nicht nur weil dort sinngemäß steht „Mobil gelten übrigens andere Regeln, s. diesen noch längeren Text hier.“,  sondern weil man bei der Umsetzung mitdenken muss.

Türkei: Kritischer Journalist interviewt Oppositionspolitiker in gemeinsamer Gefängniszelle

Unsealed Warrant Shows FBI Malware Affected Innocent Tor Users While Agency Ran More Than 20 Child Porn Sites

“That is, while the warrant authorized hacking with a scalpel, the FBI delivered their malware to TorMail users with a grenade,” Christopher Soghoian, principal technologist at the American Civil Liberties Union (ACLU), told Motherboard in an email.

How Half Of America Lost Its F**king Mind 

Schön erklärt. Ist so.

Trump-Wähler scheren sich nicht um die Wahrheit? Du doch auch nicht! 

Ist auch so.

AfD Sachsen wettert gegen Sexspielzeug-Startup 

Sachsens AfD-Vizechef sagt:

Wer die Entwicklung eines lautlosen Vibrators für innovativ hält und mit dem dritten Platz prämiert, muss sich fragen lassen, welches Technologie-Verständnis er vertritt.

Ich sage:

Wer den Wert eines lautlosen Vibrators nicht erahnen kann, muss sich fragen lassen welches Sexualitäts-Verständnis er hat. 

Kommissar Google ermittelt

Michaela Müller und Jürgen Becker forschen für das Bundeskriminalamt Organisationen der kurdischen Befreiungsbewegung aus. 
[…]

„Ich mache das so: Ich rufe die Seite hezenparastin.com [eine Webpräsenz der kurdischen Guerilla] auf. Dann kopiere ich die ganze Seite in den google-Translator und suche nach Wörtern wie ‚Anschlag‘ oder ‚Aktion‘.“ Wird Müller bei ihrer Investigativ-Recherche fündig, schickt sie die betreffenden Absätze an eine Dolmetscherin, denn sie selbst spricht – trotz 8-jähriger Beschäftigung mit der PKK – weder türkisch noch kurdisch. Kriegt sie das nun verdeutschte Bekennerschreiben zurück, trägt sie den Anschlag in eine Liste ein […]
 Sie nimmt das Datum der Aktion und googelt erneut. Die erstbeste Webseite, die irgendwas ausspuckt – oft nationalistische Blätter von aktifhaber über Sabah bis Milliyet -, trägt Müller nun auch noch in die Liste ein. Damit enden die Ermittlungen. Schwierig ist an diesem Beruf, so erzählt die Anfang 40-jährige, dass der google-translator manchmal Worte nicht kennt, so wie etwa den kurdischen Namen der Stadt Diyarbakir, Amed.

Das ist so unfassbar dilettantisch, ich wünsche mir, dass das ein Witz ist.

Autobahn-Privatisierung: Linke Spur bald nur noch für Premium-Maut-Zahler

So klingt es lustig und realitätsfern. Wenn es um Datentransfer im Internet geht, schwebt den Konzernen wie der Telekom aber genau dieses Modell vor.

PSA: Don’t Mess With The Google!  

Ehestreit ist v.a. deswegen so verheerend, weil der Partner einen ziemlich großen Einfluss auf das eigene Privatleben hat. Deswegen ist im Streitfall (Streit im Sinne von: Eine einvernehmliche Lösung wird nicht angestrebt) niemals nur ein Lebensbereich betroffen, sondern ziemlich viele auf einmal. Ein Streit über Kindererziehung hat Folgen für das Essen hat Folgen für das Abendprogramm hat Folgen für die Urlaubsplanung hat Folgen auf das Einkaufsverhalten hat Folgen für die eigene Liquidität. Wehe dem, der sich in der glücklichen Zeit zu viele Fäden aus der Hand nehmen lassen hat.

Wie töricht ist es vor diesem Hintergrund, wenn man die Kontrolle über das eigene digitale Leben in so vielen Bereichen in die Hände eines einzigen Unternehmens legt.

This $1,500 Toaster Oven Is Everything That’s Wrong With Silicon Valley Design

What’s wrong with Silicon Valley Design?

1. Cloud experience over immediate experience

Mark Wilson:

[The manufacturer] audited my oven’s data and claims that the salmon finished 31 minutes into cooking […] and I left it in longer by mistake. My iOS logs show I did receive a push notification at that time, but that doesn’t account for what the oven itself was conveying.

2. Experience Mainstreaming

Mark Wilson:

[W]hat averages out across millions of people may end up tasting pretty … average.

3. Excluding the user from the process

Mark Wilson:

[The oven] asks cooks to put their faith in the fledging startup’s proprietary software getting better, rather than improving their own analog skills—skills that will work on any machine, in any kitchen.
[…]

When you cook salmon wrong, you learn about cooking it right. When the [oven] cooks salmon wrong, its findings are uploaded, aggregated, and averaged into a [manufacturer] database that you hope will allow all [manufacturer’s] ovens to get it right the next time.
[…]

[The oven] eliminates […] self-education. Instead of teaching ourselves to cook, we’re teaching a machine to cook. 

4. Annoying and/or useless information

Aside from the litany of push notifications, which makes each dinner feel like a Tinder date who is VERY EXCITED TO SEE YOU AGAIN, you can see a schematic of just what […] oven features (broiler, fans, etc.) are on, along with a live video feed of your food cooking. […] you can watch a time-lapse of the food cooking […]

Bedienung, bitte!

Julia Friedrichs bemitleidet Dienstboten, die schlecht bezahlt z.B. Wohnungen putzen. Zu Unrecht, sagt Lisa Niehaus:

Ja, es gibt ein Einkommensgefälle zwischen mir und dem Paketboten. […] Dieses Gefälle gibt es aber überall: zwischen mir und der Bäckereiverkäuferin, zwischen mir und meinem Friseur […] Noch mehr zwischen mir und dem Arbeiter in China, der mein iPhone zusammengebaut hat. Um diese Menschen sorgt sich Julia Friedrichs aber offenbar weniger. […] Die Ungleichheit wird ihr erst dann unangenehm, wenn sie an ihrer Tür klingelt.

Und:

 Trinkgeld geben hilft übrigens manchmal auch.

Sash wird ihr da garantiert zustimmen.

Dann noch viel Spaß beim Rübenziehen mit Jörg Pilawa

Die Produzenten von Schrott-Unterhaltungssendungen wissen was sie tun.

Digitale Wissenschaftskontrolle

Uwe Jochum möchte dem Leser vormachen, dass Open-Access-Systeme zu Veröffentlichungsmonopolen und Totalüberwachung der Wissenschaftler führen.

Es zeichnet den Artikel aus, dass er das an keiner Stelle schreibt. Die Strategie von Jochum zur Überzeugung des Lesers ist stattdessen, den Schlüsselbegriff „Open Access“ jedesmal fallen zu lassen, wenn er seine düsteren Prognosen ausbreitet. Seine Kritik meint aber tatsächlich nur eine ganz spezielle Form von (Open-Access-)Publikationssystemen, wie in den folgenden Sätzen deutlich wird:

Stattdessen soll die digitale Publikation auf den universitären Volltextservern zu „Open Access“-Konditionen erfolgen, …

Nun darf man freilich bezweifeln, dass ein Wissenschaftssystem, in dem anstelle der konkurrierenden Intermediäre vom Typ Verlag ein vom Staat als Monopol betriebenes Open-Access-System installiert wird, …

Durch die ständige Erwähnung von Open Access bekommt der unbedarfte Leser den Eindruck, Open Access sei das Problem, in Wirklichkeit trifft all die Kritik von Jochum aber nur das von ihm erdachte System des „universitären Publikationsmonopols“, eine Idee der er keinen Namen gibt, und die – soweit ich sehe – keiner der Befürworter von Open Access jemals vorgeschlagen hat.

Der Artikel ist damit ein tolles Beispiel für motivationales Framing. Ich finde es befremdlich, dass die FAZ ihren Autoren solche typischen Propagandastilmittel durchgehen lässt.

Der Vollständigkeit halber: Warum Jochum unrecht hat:

1. Es gibt eine Menge von Open Access Journals und Verlagen. Wenn die Universitäten dazu kommen kann von einer Monopolstruktur nicht mehr gesprochen werden – im Gegensatz zu jetzt.

2. Es ist naiv zu glauben, dass die Verlage und Datenbanksprojekte heute die Mittel zur Überwachung nicht auch schon nutzen würden – durch die Paywall haben sie sogar einen legitimen Grund dazu. Wenn Jochum etwas gegen Überwachung tun will sollte er sich mit dem BND-Gesetz beschäftigen.

3. Der Anspruch 

Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind das Eigentum der Autoren

ist nicht ganz richtig, wenn man sich anschaut was man als Wissenschaftler so unterschreiben muss bevor der Verlag die Veröffentlichung akzeptiert.

In jedem Praktikantenvertrag ist geregelt, dass der Mitarbeiter (mindestens) die Nutzungsberechtigung seiner Ideen an das Unternehmen abtritt. Nichts anderes bedeutet die Regelung, dass die Universität die Ergebnisse der von ihr bezahlten Forscher veröffentlichen darf.

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29.11.16

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