10.3.16

Ausprobiert:
Pimentas Bombay – Molho de Aji Amarillo
Macht von der Konsistenz her eher den Eindruck von Marmelade, und ist tatsächlich genauso fruchtig. Allerdings ziemlich salzig. Mittlere Schärfe. Passt überall, wo die Fruchtigkeit und nicht die Schärfe im Vordergrund stehen soll (und das Salz nicht stört): Gemüsepizza oder Kräuterfleischsalat.

Pimentas Bombay – Brava
Der erste Eindruck wurde dadurch geprägt, dass mir aus Versehen etwas Öl an der Seite des Glases herunterlief und ich es – mit den Gedanken beim Molho de Aji Amarillo und nicht bei der Bezeichnung des neuen Prüflings – mit dem Finger abwischte und diesen ableckte. Ich war ungefähr zehn Sekunden lang enttäuscht über dieses geschmacklose Öl, bevor die Schärfe von den Lippen über die gesamte Mundhöhle bis hin zum Rachen langsam, aber stetig anstieg und vorerst nicht damit aufhörte. 30 Sekunden nach dem Ablecken des Fingers goss ich mir ein Glas Milch ein, 60 Sekunden danach war ich auf der Suche nach Taschentüchern um der laufenden Nase und den tränenden Augen Einhalt zu gebieten, und während ich mir die Augen und die Nase abtupfte bekam ich  das Gefühl, das Schlimmste überstanden zu haben.
Einen Eigengeschmack der Sauce habe ich danach nicht mehr feststellen können, aber scharf war’s.
Das habe ich auch im weiteren Tagesverlauf immer wieder festgestellt, da der Finger auch nach mehrmaligem Waschen nicht chilifrei zu bekommen war und ich – das weiß ich seit diesem Test – die Angewohnheit habe mir hin und wieder ins Auge zu fassen.

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10.3.16

16.12.15

EXPRESS: Reker-Attentäter > V-Mann-Verdacht gegen Frank S. kriegt neue Nahrung!

Ein neuer Tiefpunkt in der Arbeit des Verfassungsschutzes: Sie können und/oder wollen nicht ausschließen, dass sie für das Attentat auf die Kölner OB-Kandidatin mitverantwortlich sind.

Welcher Politiker würde mehr Klimaschutzmaßnahmen befürworten, wenn das Umweltministerium Klimastudien und Rohdaten im Ministerium vor Veröffentlichung vernichtet hätte?

Welcher Politiker würde eine Bundesagentur für Arbeit mit den notwendigen Mitteln ausstatten, wenn sie ihre Arbeitsmarktstatistiken nur auf Nachfrage und nur lückenhaft beantwortet?

Welcher Politiker würde einen Feuerwehrpräsidenten im Amt belassen, wenn er auf Vorwürfe, ein Feuerwehrmann hätte einen Brand gelegt, mit „Wir können und wollen die Wahrheit oder Unwahrheit dieser These weder bestätigen noch dementieren.“ antwortet und die Verdächtigen anschließend befördert?

Ich weiß schon, was die besorgten Innenpolitiker antworten werden, wenn man ihnen mit solchen Vergleichen kommt: Der Verfassungsschutz braucht diese Geheimnisse, die Beobachteten sind ja nicht dumm, sie würden sich ja sonst so verhalten dass sie nicht auffallen.
Dieses Konzept, den „Gefährder“ im Unklaren zu lassen um ihm einen Schritt voraus zu sein hat einen Namen: „Security through Obscurity„. Die Schwächen des Konzepts sind lange bekannt: Die Effektivität und Effizienz der verwendeten Instrumente kann nicht objektiv bewertet werden, Missbrauch der Instrumente fällt nicht auf, Ineffizienz und Inkompetenz kann hervorragend und über lange Zeit kaschiert werden. Dass das keine Theorie ist, kann man schon lange am NSU-Prozess sehen.

Trotzdem wird der Verfassungsschutz weiterbetrieben als ob nichts wäre. Auf rationaler Grundlage beruht diese Politik nicht.

16.12.15

23.11.15

Und dann war da noch diese Michael Jackson Show in diesem Hotel auf Mallorca. Wie diese ganzen Touristen, jeder in Zeiten des bewussten Klimawandels mehrere tausend  Flugkilometer gereist, die Reise all inclusive gebucht zu einem Preis, bei dem sich die Frage nach ökologischen und sozialen Standards nicht stellt, ihre Einweg-Plastikbecher, in denen hier vom Wasser bis zum Cocktail alles serviert wurde, hochrissen um zusammen „Heal the world, make it a better place“ zu singen und zu schunkeln, das war schon ein bewegender Moment.

23.11.15

22.9.15

Als Mensch kann man nicht beeinflussen kann wer seine Eltern sind. Das wird hierzulande sogar unter bürgerlichen Politikern als Ungerechtigkeit anerkannt. Deswegen ist die Chancengleichheit als Ziel immer mit dabei, wenn es um Bildungs- oder soziale Fragen geht.

Als Mensch hat man keine Möglichkeit zu beeinflussen wo man geboren wird. Wenn man an einem Ort geboren wird, an dem es gute Schulen gibt und eine Unternehmensgründung und -führung unter einfachen Voraussetzungen möglich ist, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch durchschnittliche Talente sich als Unternehmer versuchen. An einem Ort, wo keine Schule zur Verfügung steht und die intransparenten Kräfte der Korruption vorherrschen, werden wohl auch talentierte Denker Unterwäsche für Discounter nähen oder Hardware zusammenschrauben. Von Chancengleichheit ist hier keine Spur zu erkennen.
Warum hat es die Chancengleichheit in diesem Kontext noch nicht in den politischen Diskurs geschafft?

Das ist ganz einfach: Wir sind nicht das Sozialamt der Welt, wir können als Volk, das 1% der Menschheit stellt, nicht die ganze Welt mit unseren Chancen beglücken. Wenn wir unser BIP mit allen Menschen auf der Welt teilen müssten, dann hätten wir ja pro Kopf nur noch so viel wie die Menschen im Niger und etwas mehr als die Menschen in Burundi. So will doch keiner Leben!

Moment mal, im Schnitt zahlt jeder Einwanderer jährlich über 3000€ an Steuern.

Ruhe! Wenn wir unseren Wohlstand sichern wollen, müssen wir die Einwanderung in unsere Sozialsysteme begrenzen.

Nun gut, dann schützen wir eben unsere Sozialsysteme. Aber vielleicht könnte man trotzdem anerkennen, dass es ein großer Zufall ist, das wir in unserem Land leben, dass es uns nicht von Gott geschenkt wurde und die meisten von uns nichts zum funktionierenden Rechtssystem hier beigetragen haben, sondern einfach hineingeboren wurden. Wenn man schon nicht helfen will, könnte man denjenigen, die dieses Glück nicht hatten, wenigstens nicht noch zusätzliche Steine in den Weg legen und sie im Land dulden.
Als Bettler in Industriestaaten kann man ja auch ein höheres Einkommen erzielen als als Arbeitsloser in Libyen. Wer an die freie Marktwirtschaft glaubt, sollte sich über die örtliche Flexibilität dieser selbständigen Unternehmer freuen.

So ein dummer Vorschlag! Wenn so ein Geduldeter dann einen Arzt braucht, werdet ihr doch die ersten sein, die nach Hilfe vom Staat rufen werden. Oder einer wird straffällig. Dann verursacht er Kosten im Gefängnis, und wenn man die Geduldeten dann zusammensperrt um Kosten zu sparen, werdet ihr nach Menschenrechten schreien. Oder die geduldeten Kinder: Wie soll man rechtfertigen, dass sie nicht zur Schule gehen dürfen?

Kann man nicht. Jeder Euro, der in Bildung gesteckt wird, …

Jaja, in 30 Jahren. Aber die Wähler wählen jetzt. Und die Armut vor der Haustür wird sie ankotzen. Kein Wähler duldet Armut vor der Haustür. Armut verursacht Kriminalität und Hoffnungslosigkeit, Drogenkonsum, Gewaltverbrechen.. Dann schotten die Reichen sich ab, die Gesellschaft fällt auseinander.

Also dann hätte man doch ein Motiv zu einer viel versprechenden Kampagne: Einwanderung in die Sozialsysteme erlauben, zur Sicherung des gesellschaftlichen Friedens.

Gar nichts verspricht diese Kampagne. Die Gleichung geht: Flüchtlinge bringen Armut, Armut bringt Kriminalität. Wer das Problem an der Wurzel packen will, muss etwas gegen die Flüchtlinge tun.

Aber die Flüchtlinge kommen doch auch nicht freiwillig. Sie riskieren ihr Leben bei der Überfahrt weil es ihnen woanders noch schlechter ging und sie nicht mehr weiter wissen. Sie suchen doch, bis sie auf eigenen Beinen stehen können, nur das Existenzminimum.

Guck dir doch an wie die Menschen wählen, wenn es um das Existenzminimum geht. Fair produzierte Nahrung? Ein Nischenprodukt. Kleidung mit transparenter Produktionskette? Nische. Rohstoffe für Elektronik, die keinen Bürgerkrieg mitfinanzieren? Absolute Nische!
Wenn man Geld ausgibt um Flüchtlingen das Existenzminimum zu gewähren verliert man als Politiker. Aber wenn man sie in Armut hier leben lässt, auch.
Für uns Politiker der sogenannten Volksparteien ist das eine Zwickmühle. Wir sehen nur eine Lösung: Die Flüchtlinge dürfen es gar nicht bis hierher schaffen.
Den Grundstein dafür haben wir schon vor Jahren gelegt. Umso weiter die Flüchtlinge weg sie sind, wenn sie aufgeben oder umkommen, umso besser. Armut in anderen Ländern kennen und tolerieren die Menschen, und das beste ist, sie bringen diese Armut – egal ob es stimmt oder nicht – nicht mit uns in Verbindung. Für den gesellschaftlichen Frieden in Europa ist es doch das beste, wenn wir die Schicksale der Flüchtlinge einfach beschweigen.

22.9.15

21 offensichtliche Antworten auf 25 Fragen zu Flüchtlingen und den Folgen

Der Post ist ein Kommentar von mir auf einen Post von Hugo Müller-Vogg (ob er dort in den Kommentaren erscheinen wird weiß ich nicht – ich habe ihn jedenfalls 2x auf „Absenden“ geklickt):

Da die Fragen offenbar immer noch unbeantwortet bleiben, habe ich mich mal hingesetzt und 21 Ihrer Fragen auf Anhieb mit dem Offensichtlichen beantwortet:

1. „Einmalig“ dauert wenigstens so lange wie die Situation in Syrien dafür sorgt dass Menschen fliehen und Transitländer sie ohne  Registrierung passieren lassen.

2. Sie werden es nicht vergessen, sie werden sich diese Lektion aber nicht in Ihrer unvollständigen Version merken, sondern in folgender: „Rechtsbruch lohnt sich, wenn das Recht den Menschen das Lebensnotwendige verwehrt.“ Das Demonstrieren und Kämpfen für die eigenen Interessen ist im Übrigen ein wichtiges Grundrecht in einer Demokratie.

3. Genauso hilflos wie wenn Flüchtlinge dies tun.

4. Nein. Die Gesetze die das Recht auf Asyl regeln kennen Sie vermutlich besser als ich.

5. Nein. Wenn in einen Land die minimalen Lebensstandards nicht gegeben sind oder Gewalt droht wäre das auch unverantwortlich.

6. Nicht so sehr. Aber das ist OK, siehe Punkte 2 und 5.

7. Puh, ich bin kein Jurist, aber warum sollte es so ein Gesetz geben? So eine Art Berufsverbot für unliebsame Anwälte erinnert mich an die Rechtskultur in Staaten, die mit unserer westlich-demokratischen Leitkultur überhaupt nicht harmonieren.

8. Ja. Leider gibt es im Land viele Hinterwäldler, die noch nicht viel von der Welt gesehen haben und daher von rassistischer Angstmacherei leicht zu beeindrucken ist. Mit denen will es sich vor allem die CDU nicht verscherzen.

9. Weil die Flüchtlinge keine homogene Gruppe sind, sondern ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Fehlende Integrationskurse und Deutschkurse tragen auch dazu bei, dass die Neuankömmlinge unter ihren Möglichkeiten bleiben.

10. Die Formel ist falsch. Richtig ist: Unter den Flüchtlingen existieren Fachkräfte. Ob man zusätzliche Fachkräfte aus dem Westbalkan aufnehmen will hängt von der Menge ab, die benötigt wird.

11. Ob sich Zugezogene in die Gesellschaft integrieren hängt wesentlich davon ab, ob ihnen durch Deutsch- und Integrationskurse und Zugang zum Arbeitsmarkt die Möglichkeit dazu gegeben wird.

12. Ja, da die Flüchtlinge einen Querschnitt durch die Gesellschaft darstellen, würde der Anteil der Parallelgesellschaftsangehörigen mit dem Flüchtlingsstrom absolut zunehmen, relativ allerdings gleich bleiben.

13. Das hängt ganz von den entstehenden Schwierigkeiten ab. Bedauerlicherweise wird es aber mit Sicherheit Personen geben, die, anstatt die Schwierigkeiten selbst zu bekämpfen, die Schuld bei den Flüchtlingen suchen und sich politisch gegen sie organisieren werden.

14. Nichts. An einem guten Bildungssystem muss gearbeitet werden, ganz egal woher die Schüler kommen.

15. Der Erfolg des Bildungssystems entscheidet sich nicht daran, ob an einzelnen Schulen in einzelnen Stadtteilen deutsche Kinder in der Minderheit sind. Was an diesen Schulen zu tun ist, wissen die Betroffenen vermutlich selam besten. Man sollte ihnen die notwendigen Ressourcen zur Verfügung selbst am besten.

16. Da Flüchtlinge ein Querschnitt durch die Gesellschaft darstellen, wird die Anzahl der funktionellen Analphabeten mit den Flüchtlingen absolut vermutlich steigen und relativ gleich bleiben.

17. Wenn sich Durchschnittsverdiener nur wenige Wohnungen in Ballungsräumen leisten können, und nun auch noch Flüchtlinge dort nach Wohnungen suchen, dann wird sich der Durchschnittsverdiener offenbar auch in Zukunft nur wenige Wohnungen in Ballungsräumen leisten können. Von daher hat Dieter Reiter recht. Die Lösung beschrieb Ramsauer mit „Bauen, bauen, bauen“, und die funktioniert völlig unabhängig davon, ob es Flüchtlinge sind oder reiche Scheichs, die dort nach Wohnungen suchen.

18. Das ist wirklich eine gute Frage! Die hätte ich gerne von unserem Finanzminister beantwortet. Wie wollen wir mit pleite gegangenen Kommunen umgehen, die – übrigens aus ganz anderen Gründen als den Flüchtlingen – überschuldet sind und an sozialen Ausgaben sparen, oder auch mit Essen, die ihr Geld verzockt haben?

19. Geld, dass durch eine Steuererhöhung eingenommen wird, für einen bestimmten Zweck einzusetzen, ist ungefähr genauso aussichtsreich wie in einem Schwimmbad nur in eine einzige Ecke zu pinkeln. Von daher wird die Reaktion auf die Steuererhöhung sehr individuell ausfallen, aber nichts Grundsätzliches an der Weltanschauung der Helfer ändern.

20. Ja. Dass manche Menschen einen Schuldigen für ihr persönliches Elend suchen und finden werden, lässt sich wohl nur langfristig durch Aufklärung und Bildung, aber nie ganz verhindern.

21. Kirchen engagieren sich jetzt schon. Mal sehen, wie viel dort noch möglich ist.

22. Keine Ahnung. Wenn Sie die Antwort interessiert, sollten Sie dort nachfragen. Bitte tragen Sie die Antwort in Ihrem Artikel nach.

23. Sofern Sie sich als Journalist betrachten, würde ich Ihnen vorschlagen, dass einmal zu recherchieren. Ich würde diesen Artikel mit Interesse lesen.

24. Hier muss ich leider passen. Was Sigmar Gabriel sagt und meint, ist wirklich nicht so einfach zu ergründen.

25. Das kommt darauf an, wie Sie „besser“ definieren. Sollten Sie „gut“ mit „weiße Hautfarbe“ und „christlich“ assoziieren, müssen wir Ihre Frage verneinen. Sollten Sie „gut“ mit „Hilfe für Menschen in Notlagen“, „Einsatz für Menschenrechte“ und „Solidarität mit den Schwachen“ assoziieren, dann muss man Ihre Frage bejahen.

Gern geschehen!

21 offensichtliche Antworten auf 25 Fragen zu Flüchtlingen und den Folgen

9.9.15

Deutschland und die Flüchtlingskrise: von wegen Reluctant Hegemon
Maximilian Steinbeis erklärt warum die deutsche Außenpolitik wenig Gutmütiges hat, sondern „eisenharte nationale Interessenpolitik“ auch zum Schaden der EU-Partner ist.

EU-Normeninstitut warnt vor TTIP
Dieter Meyer erklärt, warum es überhaupt nicht feststeht und feststehen kann, ob TTIP für  Rechtssicherheit und Wettbewerb sorgen wird. Anlass für seinen Artikel war die Meldung von Erich Möchel , der sich am Ende wundert:

Was die Publikation des Positionspapiers von CEN und CENELEC betrifft, so sind die Begleitumstände mehr als merkwürdig. Diese ausgesprochen industrienahen Dachverbände der europäischen Normeninstitute melden sich öffentlich mit den bisher schwerwiegendsten, ökonomischen Einwänden gegen Kernelemente des TTIP-Prozesses zu Wort. Sie tun das allerdings erst zwei Jahre nach dem Verhandlungsstart – und das Positionspapier wird während eines medialen Sommerlochs publiziert. Das war bereits am 23. Juni. Wie es aussieht, ist dieser Artikel der überhaupt erste Medienbericht darüber.

Die Zeit schiebt heute einen TTIP-Befürworter-Artikel von Friederike Welter hinterher: TTIP nützt dem Mittelstand.
Und zwar nützt TTIP, weil sich Mittelständler leichtere Zoll- und Außenwirtschaftsverfahren wünschen; und TTIP (und jetzt halten Sie sich fest) „greift [diese Interessen] auf“.
Sie müssen nämlich wissen:

bis heute ist der Handel innerhalb Europas für die Unternehmen wichtiger als die Beziehungen über den Atlantik: Sie kommen erst an zweiter Stelle.

Na, ob sich das mit TTIP wohl ändern wird?
Die Sorge, dass europäische Umwelt- oder Sicherheitsstandards abgebaut werden könnten, kontert sie so:

Die EU hat jedoch zugesichert, dass europäische Mindeststandards nicht abgesenkt werden sollen.

Na, das klingt ja vielversprechend. So klingt es bei Erich Möchel:

In TTIP wiederum ist das europäische Vorsorgeprinzip nicht als solches festgeschrieben, sondern nur noch in Ausnahmeregelungen für Daten- und Umweltschutz enthalten, das hält ein Rechtsgutachten der europäischen Arbeiterkammern fest.

Mehr Schutz für Daten von EU-Bürgern
EU und USA einig über Datenschutzabkommen
Wer diese beiden Artikel liest, weiß nicht, dass bisher nur ein Entwurf des Abkommens aus dem Mai bekannt ist, der seine Schwächen hat. Wenn die Zeit und die SZ zu den Inhalten des  Abkommens also die zuständige EU-Komissarin zitieren, dann tun sie das vordergründig um dicht an der Materie zu sein, aber vor allem um zu kaschieren dass sie dem Leser zum Inhalt des Abkommens nichts (selbst Erarbeitetes) beibringen können.

Übrigens wird ja gerne dargestellt, was für ein undurchsichtiger Klotz die EU für Otto Normalbürger ist. Tatsächlich erfährt man in der SZ und in der Zeit auch gar nicht, wer genau verhandelt hat. Es steht einfach da: die „Europäische Union“, bzw. die „EU“. Bei der SZ ist „EU“ auch noch mit einem Link unterlegt, der zu allen möglichen SZ-Artikeln über die EU führt. Kein Wunder also.

http://blog.fefe.de/?ts=ab119af6
Fefe fasst einen Artikel der Nachdenkseiten zusammen: Wenn man das Geld den Reichen nimmt, die es eh nur herumliegen lassen, leidet niemand, stattdessen entstehen Arbeitsplätze (in diesem Fall) bei Lehrkräften.
„Geld von den Reichen nehmen“ klingt natürlich erst einmal wie Diebstahl, aber ich gehe mal davon aus, dass eine Vermögenssteuer gemeint ist.

Ich bin ja dafür, dass der Staat grundsätzlich keine Schulden mehr machen darf, und dass aber gleichzeitig eine Vermögenssteuer eingeführt wird, gerne mit einem niedrigen Freibetrag, so dass auch Hausbesitzer, vielleicht sogar Autobesitzer etwas davon spüren. Der Prozentsatz der Vermögenssteuer wird aber in kein Gesetz geschrieben, stattdessen wird er jedes Jahr so berechnet, dass der Staatshaushalt ausgeglichen ist. So eine Regelung würde dazu führen, dass die Politiker, Ökonomen und Journalisten sich jährlich mit der Frage beschäftigen müssten, wo das fehlende Geld das größere Loch reißen würde: Auf den Privatkonten, breit gestreut, in Produkten die der Anleger selbst nicht so genau kennt, oder vielleicht doch in Schulen und Infrastruktur?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die vorherrschende Meinung unter diesen Voraussetzungen sehr oft zu „Mehr Steuern“ tendieren würde.
1. Weil es den „Für jeden Euro, den du zahlst, legt Til Schweiger 10.000 obendrauf“-Effekt gäbe.
2. Weil es (jedes Jahr) eine einmalige Sache wäre; es gäbe da ein Ziel, eine Maßnahme, die finanziert werden soll.
3. Für diese Maßnahme lässt sich mit Sicherheit eine (volkswirtschaftliche) Rendite errechnen. Die Rendite einer soliden Schulausbildung auch für schwierige Schüler würde gegen die Rendite von Aktienfonds und Zertifikaten abgewogen.
4. Die Folgen der Investments würden ebenfalls direkt gegeneinander abgewogen, zB Immobilienfonds in Spanien und Irland gegen Wasserstraßen in Deutschland.

http://wirres.net/article/articleview/8489/1/6/
Etwas über Elektroautos. Im darin verlinkten Video erklärt Lars Thomsen sehr anschaulich, wie schnell die Umstellung von einer auf die andere Technik funktioniert. Wie lange hat der Flachbildschirm gebraucht, um den Röhrenmonitor  vollständig zu verdrängen? Und die Digitalkamera die mit Film?

Die Mär von der Beitragsexplosion
Über Gesundheitskosten. Warum ist diese Mär eigentlich noch nicht tot?

9.9.15

2.8.15

Kommentar: Chaos im Schreiben und Denken

Unlesbar! Es sind überhaupt keine Links in diesem Text! Da werden die Thesen aufgestellt, dass sich Fehler bei „dass“ und „das“ vervielfacht hätten, dass „Gleichmacherei […] auf allen Ebenen eingesetzt hat“, dass sich die „Fehlerquote [in den Schulen] nahezu verdoppelt“ (meint sie hier Rechtschreibfehler?) habe, und dass „immer mehr Autoren [sich] weigern, ihre Texte wegen des befürchteten Sinnverlustes in die reformierte Rechtschreibung transformieren zu lassen.“

Das wären ja alles ganz erstaunliche Argumente für ihre Analyse, wenn diese Thesen zuträfen, was ich anzweifle. Und die Autorin hinterlässt keinen Hinweis darauf, woher ihre Thesen kommen. In dieser mangelhaften Form, da hätte ich ja, ja da hätte ich diesen Text auch auf Papier lesen können! Ja, auf PAPIER! (Nimm dies, FAZ, :-))

Mein persönliches Bedürfnis nach einfach zugänglichen Hintergrundinformationen ist in den letzten Jahren offenbar gestiegen. Ich glaube, es war 2013, als ich aufgehört habe regelmäßig Nachrichten auf Papier zu lesen, und es wird bestimmt nicht mehr lange dauern, bis ich mich dabei erwische, wie ich auf ein Blatt Papier drücke um dem von mir entdeckten Phantom-Link zu folgen und mich anschließend zu ärgern, dass es nicht funktioniert. Wenn Hans Zehetmair vom „Problem“ spricht, dass „das […] Internet, die Computer, an denen vor allem die Jungen ihre Zeit verplempern statt Bücher oder Zeitungen zu lesen.“, dann hat er die Möglichkeiten des Internets offenbar noch nicht erfasst.

Ich kenne einen Anwendungsfall, wo ich Papier dem Internet vorziehen würde: Wenn man Ablenkung der Leser vermeiden möchte. Kleinkinder vor dem Tablet fragen ständig „Können wir wieder das Schweinchen-Spiel spielen?“. Hier macht sich ein Buch sehr viel besser. Und auch in der Schule, wo die Schüler sich ja in jeder Stunde auf ein ziemlich eng eingegrenztes Thema konzentrieren sollten, sehe ich nicht wirklich den Vorteil von Computern (in welcher Form auch immer).

2.8.15